Der RFC – ein Verein mit Tradition
Die Geschichte des Reitsports in Crailsheim reicht weiter zurück als das Gründungsjahr 1924. Bereits 1904 wurden beim Fränkischen Volksfest Pferderennen als „neue Attraktion für Kavalleristen und Pferdefreunde“ veranstaltet. Damals traten Reitpferde und Arbeits‑ bzw. Wagenpferde noch in getrennten Wettbewerben gegeneinander an – vor bis zu 2500 Zuschauern. Die Rennen waren sportlicher Wettkampf und Volksbelustigung zugleich, denn nicht selten entschieden sich die weniger dressurmäßig geschulten Pferde nach der ersten Runde spontan für den Weg Richtung Ausgang.
Der Erste Weltkrieg brachte eine Zäsur, doch schon 1919 fand wieder ein Pferdemarkt mit rund 200 Tieren statt. Ab 1921 wurden die Pferderennen erneut eingeführt und – mit Unterbrechungen – bis 1938 fortgeführt.
Am 10. Oktober 1924 trafen sich aktive Reiter, ehemalige Soldaten und Pferdefreunde im Gasthaus zur Rose, um den „Reit- und Fahrverein Crailsheim“ zu gründen. 21 Teilnehmer traten dem Verein noch am selben Abend bei. Bereits 1925 richtete der junge Verein ein zweitägiges Turnier beim Fränkischen Volksfest aus – mit für die damalige Zeit beachtlichen Preisgeldern.
Nach 1933 wurde der Verein wie viele andere gleichgeschaltet und als SA‑Reitersturm weitergeführt.
Am 18. August 1949 erfolgte der Neubeginn. Im Gasthaus Grüner Baum gründeten Pferdeliebhaber den Verein erneut, diesmal unter dem Namen „Reit- und Fahrverein Crailsheim und Umgebung“. Neben den Crailsheimer Reitern schlossen sich zahlreiche ländliche Reitergruppen aus der Umgebung an. Der Reitplatz auf der Volksfestwiese wurde wieder instandgesetzt, und bereits vier Wochen später fand der traditionelle Reiternachmittag mit Trab‑, Galopp‑ und Hindernisrennen statt.
Bis 1951 wurden die Turniere weiterhin im Rahmen des Volksfestes ausgetragen, bevor der Termin ins Frühjahr verlegt wurde. 1952 fand das erste Fränkisch‑Hohenlohische Reit‑ und Springturnier statt – mit Festzug durch die Stadt und rund 7000 Zuschauern. In den folgenden Jahren wuchs die Veranstaltung stetig; 1959 war das Crailsheimer Turnier das zweitgrößte in Baden‑Württemberg. Ein Höhepunkt war 1963 das berühmte NATO‑Springen mit internationalen Militärmannschaften.
1969 verlor der Verein durch den Bau des Schöneburg‑Stadions sein Turniergelände und musste sich über Jahre auf Hallenturniere und Reiternachmittage beschränken. Erst 1980 stellte die Stadt wieder einen neuen Turnierplatz zur Verfügung.
Parallel dazu entwickelte sich die Anlage weiter: 1956 entstand die heutige Reithalle, später folgten Stallungen, Tribüne, Umkleiden, ein Dressurviereck mit Beleuchtung und das Reiterstüble.
Der Verein veränderte sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder – und tut es bis heute. Seit 2019 steht der RFC wieder vollständig auf eigenen Beinen. Die Bewirtschaftung der Anlage, der Reitunterricht und die Vereinsorganisation liegen seither wieder in der Verantwortung des Vereins selbst.
Aktuell entsteht in Jagstheim ein neues Zuhause für den RFC. Die Bauarbeiten laufen bereits auf Hochtouren, und 2026 wird der Verein dorthin umziehen. Auf der neuen Anlage entsteht ein modernes, pferdegerechtes Umfeld, das optimale Bedingungen für Reiterinnen, Reiter und Pferde bietet.
Wir freuen uns auf diesen großen Schritt und auf eine Zukunft mit vielen Reitschülern, engagierten Mitgliedern und einem lebendigen Vereinsleben.
